Hast du dich schon einmal gefragt, warum gut gemeinte Botschaften ins Leere laufen?
Warum klare Fakten zu völlig unterschiedlichen Entscheidungen führen?
Oder warum Qualität nicht automatisch als solche wahrgenommen wird?
Die Antwort liegt oft in einem einzigen, mächtigen Mechanismus: Framing.
Letze Woche wurde mir einmal mehr bewusst, wie stark Framing sein kann.
Das McDonald’s-M: Eine Lektion über Prägung und Wahrnehmung
Ein erfolgreicher Fotograph erzählte folgende Geschichte:
Er liess sein Kind das Alphabet auf eine Tafel schreiben. Beim Buchstaben M bat er es, diesen wie das McDonald’s-Logo zu zeichnen. Für ihn war dieses Bild kritisch gemeint. Es stand für Konsum, Fast Food und Vereinfachung.
Doch dann geschah etwas Unerwartetes.
McDonald’s sah dieses Bild und verstand es völlig anders. Nicht als Kritik, sondern als emotionale Markenbindung, als Nähe, als grossartige Kommunikation.
Diese Geschichte zeigt, dass Wahrnehmung und Beurteilung im Kopf des Betrachters liegt.
Was ist Framing und warum wirkt es so stark?
Framing beschreibt, wie Informationen sprachlich und inhaltlich „gerahmt“ werden und wie genau dieser Rahmen unsere Aufmerksamkeit lenkt, und unsere Wahrnehmung, Bewertung und Entscheidungen beeinflusst.
Framing beeinflusst, wie Menschen über ein Thema denken, indem es mentale Bilder im Kopf erzeugt und Gefühle anspricht.
Gerade für Führungskräfte ist das hochrelevant: Denn am Ende zählt nicht, was gesagt, sondern was verstanden wird.
„Wahr ist nicht, was A sagt, sondern was B versteht.“
Wie wirksam Framing in der Kommunikation und der Führung ist
Kommunikation entscheidet darüber, ob etwas als Lösung oder als Problem verstanden wird. Ob ein Angebot Vertrauen schafft oder Zweifel. Ob ein Unternehmen als relevant oder austauschbar wahrgenommen wird. Ob Mitarbeitende sich mit dem Unternehmen emotional verbunden fühlen oder nicht.
Wer glaubt, gute Inhalte sprächen für sich selbst, unterschätzt die Macht des Rahmens.
Ein eindrückliches Beispiel für die Kraft bewusstes Framings lieferte vergangene Woche die rhetorisch herausragende Rede des kanadischen Premierministers Mark Carney am Weltwirtschaftsforum. Mit der Geschichte eines Gemüsehändlers schlug er eine Brücke zwischen Wegsehen und Verantwortung übernehmen. Seine abschliessenden Worte „Wir nehmen das Schild aus dem Schaufenster. Die alte Ordnung kommt nicht zurück. Wir wählen den Weg offen und selbstbewusst.“ machten unmissverständlich klar: Zukunft entsteht nicht aus Nostalgie, sondern aus Haltung.
Carney zeigte damit, dass Fortschritt dort beginnt, wo wir den Mut haben, der Realität ins Auge zu blicken – auch dann, wenn sie unbequem ist. Erst der bewusste Entscheid, die Wahrheit nicht zu beschönigen, sondern zu konfrontieren, schafft den Raum, in dem Neues wachsen kann.
Gerade in der Kommunikation und der Führung ist Framing kein Detail, sondern ein entscheidender Erfolgsfaktor.
Wie faktorZehnder dich unterstützen kann
Framing bedeutet Klarheit.
Im Coaching mit faktorZehnder lernst du:
- komplexe Inhalte so zu strukturieren, dass sie verstanden werden und dass sie anschlussfähig sind
- die eigenen Lösungen zu finden und damit tragbare Entscheidungen mutig zu treffen
- deine Ziele zu erreichen
Ein Experiment, das unsere Entscheidungslogik offenlegt
Stell dir folgendes Szenario vor:
600 Pinguine sind auf einer Insel gestrandet. Du kannst sie retten aber nur mit einem Boot.
Szenario 1: Fokus auf Rettung
Boot A
- 200 Pinguine können gerettet werden
Boot B
- 1/3 Wahrscheinlichkeit, dass alle 600 gerettet werden
- 2/3 Wahrscheinlichkeit, dass kein Pinguin gerettet wird
Welches Boot wählst du spontan?
Szenario 2: Fokus auf Verlust
Boot C
- 400 Pinguine werden sterben
Boot D
- 1/3 Wahrscheinlichkeit, dass kein Pinguin stirbt
- 2/3 Wahrscheinlichkeit, dass alle 600 sterben
Und jetzt, welches Boot wählst du?
Notiere deine Entscheidung.
Die Auflösung des Pinguin-Experiments
Rechnerisch sind die Optionen identisch und dennoch entscheiden sich Menschen unterschiedlich. Warum?
Im ersten Szenario liegt der Fokus auf Rettung.
Menschen reagieren risikoavers, sie sichern, was möglich ist.
→ Rund 72 % wählen Boot A.
Im zweiten Szenario liegt der Fokus auf Verlust.
Menschen werden risikofreudiger, sie hoffen, das Schlimmste zu vermeiden.
→ Rund 78 % wählen Boot D.
Menschen reagieren oft stärker auf Verluste als auf Gewinne: Gewinn- versus Verlust-Framing.
Die Fakten sind gleich, die Entscheidung ist anders – weil der Rahmen anders ist.
Fazit: Framing verändert Perspektive – nicht Realität!
Call-to-Action https://faktorzehnder.ch/kontakt/
Wie bewusst setzt du Framing in der Führung und Kommunikation ein?
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